26. Juli 2021
„Es ist viel Glück in mir, Glück, das mir meine Grenzen verschleiert und Glück, das sie mir ins Unbestimmte hinausrücken zu dürfen scheint.“
Mit strahlendem Gesicht spricht Ziba Rezaiy diese Worte des Schriftstellers Christian Morgenstern.
Vor Jahren musste sie mit ihrer Familie viele Grenzen überschreiten, um in Frieden und in Freiheit leben zu können. In ihrem Heimatland Afghanistan war dieses für sie nicht mehr möglich.
In Magdeburg suchte sie sehr bald Kontakte zu Menschen, mit denen sie sich austauschen konnte. Sie wollte im wahrsten Sinne des Wortes hier Fuß fassen. In der ZeitOase fand sie nicht nur hilfsbereite Freund:innen beim Erlernen der deutschen Sprache und Unterstützung im notwendigen „Behördenalltag“, sondern sie konnte auch uns in den Jahren Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Sie berichtete uns von ihrem Alltag in der verlassenen Heimat. Sie verwöhnte uns oft mit gebackenen oder gekochten Speisen, so dass auch wir unseren eigenen Horizont erweiterten, sozusagen auch Grenzen überschritten. Unser Zusammensein würde ich als einen Austausch beschreiben, als ein Nehmen und Geben.
Die Arbeit bei und mit älteren Menschen in der ZeitOase sowie im Pflegeheim ließ den Wunsch in Ziba wachsen, eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin anzustreben.
Nun hat sie bereits ihre Koffer gepackt. Sie überschreitet wieder einmal eine Grenze, da sie von Sachsen-Anhalt nach Bayern umziehen wird.
„Ich habe viel Talent zum Leben“ so liest man bei Christian Morgenstern weiter. Ziba strahlt immer noch: „Ja, dieses Talent habe ich auch. Ich bin hergekommen, weil ich in Deutschland ein neues Leben beginnen wollte. Ich möchte die Kultur und die Sprache gerne näher kennenlernen und freue mich, gute Freunde gefunden zu haben…. Die beste Chance für mich war, euch zu treffen. Ich werde euch immer in Erinnerung behalten.“
Viel Glück, liebe Ziba, für deine Ausbildung und für das neue Leben in einem anderen Teil unseres Landes. Und wir freuen uns darauf, von dir auch künftig etwas zu erfahren. Gedanken und Erinnerungen kennen keine Grenzen.
M. Diehl






