Mit altbekannten Liedern haben wir den Mai am 29. April 2026 herbeigesungen. Buchstäblich gingen wir durch das grüne Gras vor der ZeitOase, um „ein‘ Mai zu hauen“.
Den Wetterkapriolen hatten wir im gesamten Wonnemonat dann etwas entgegenzusetzen: Wir haben Regenwolken mit viel positiver Energie einfach weggeschoben. Ich übertreibe nicht mit meiner Feststellung, dass jedes Treffen in den letzten Wochen ein kleines eigenes Frühlingsfest gewesen ist.
Genauso war es auch am Himmelfahrtstag (14. Mai). Da kein Grillwetter in Aussicht stand, ließen wir uns die verschieden Salate, Würstchen und Weinblätter in unseren vertrauten vier Wänden gut schmecken. Selbstgebackener Kuchen verwöhnte die Gaumen. Und der heiße Kaffee tat richtig gut. Die dicken Regenwolken hängten wir nachmittags wieder einmal zum Trocknen in die Sonne. Siehe da: Zur Waldmeisterbowle wurde uns eine Festtagsabendsonne gereicht.
Herzlichen Dank für alle Ideen und für alles Mittun bei einem jeden Maitreffen! M. Diehl
Hier können Sie einen kleinen Einblick in die Arbeit unserer ZeitOase® Magdeburg gewinnen.
Maientage
Unbefristet
„Herr Fouad Altinawi kam durch Vermittlung der Freiwilligenagentur Magdeburg in die ZeitOase. Er suchte einen Ort, um Menschen in dieser Stadt kennenzulernen. Einerseits war er gewillt, die deutsche Sprache besser zu erlernen. Andererseits suchte er nach einer Möglichkeit, um hilfsbedürftigen Menschen mit Herz und Händen zur Seite zu stehen.
Sprachbarrieren bestehen auch nach vier Jahren immer noch. Aber Fouad bemüht sich bei jedem Treffen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Er unterstützt uns in der Arbeit, indem er z.B. alte Menschen vom Pflegeheim abholt und zu den Stiftungsnachmittagen in die Harsdorfer Straße im Rollstuhl schiebt. Mit seiner aufgeschlossenen freundlichen Art gelang ihm schnell, das Vertrauen der Menschen in der Stiftungsgruppe zu erwerben. Er ist aufmerksam und umsichtig im Umgang mit älteren und kranken Menschen. Wir schätzen sehr seine Zuverlässigkeit.
Mit großer Begeisterung leistete er sehr viele ehrenamtliche Stunden. Für alle geschenkte Zeit, für seine Freundlichkeit und Hilfe danken wir Herrn Altinawi.
Unsere Stiftungsarbeit kann nur durch ehrenamtliches Engagement gelingen. Jede Stunde zählt.
Als Koordinatorin der ZeitOase und im Namen aller, die in unserer Stiftung mitarbeiten, wünsche ich Herrn Fouad Altinawi und seiner Familie, dass sie in Magdeburg eine wirkliche neue Heimat finden und dass die gewachsenen persönlichen Beziehungen dafür ein tragendes Fundament sein können.“
So lautete mein Referenzschreiben für unseren syrischen Freund Fouad Altinawi, als er sich nach vierjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit in der Zeitoase „abmeldete“, um 2023 eine Arbeit in einer Magdeburger Firma anzunehmen. Der Schritt in die Erwerbstätigkeit war sehr wichtig für ihn und für seine Familie. Wir haben ihn nicht vergessen. Im Gegenteil: Über WhatsApp blieben wir bis zum jetzigen Zeitpunkt in Kontakt. Und die Bilder von fröhlichen, mitunter auch ernsten Gesprächsrunden, sein unermüdlicher Einsatz beim Nähen von Masken in der Anfangszeit der Coronaepedemie, seine Wege mit Rollstuhlfahrer:innen und auch seine Bemühungen in einer Patenschaft zum Erlernen unserer Sprache sind immer lebendig geblieben.
In der vergangenen Woche am 22. April stand er wieder in unserer Tür. Wiedersehensfreude. Kennenlernfreude. „Mein Arbeitsvertrag war befristet“, so erklärte er uns seine Wiederkehr. Und nun ist er offiziell auch vom Alter her Pensionär.
Herzlich willkommen, lieber Fouad, bei uns sind Deine Mithilfe und Dein Dabeisein unbefristet!
M.Diehl

Frühling 2026
Wenn Ostern und Geburtstage zusammen fallen …
… dann wird es ein großes Frühlingsfest. So möchte ich die vergangenen Wochen (Mitte März bis Mitte April 2026) in der ZeitOase zusammenfassen. Wer in diesem Zeitraum Geburtstag feiert, ist tatsächlich ein Frühlingskind.
Ob ausschließlich das steigende Sonnenlicht und die Wärme die Lebensfreude und den Optimismus der im Frühjahr geborenen Menschen steigert? Ich glaube, dass eine gute und einfühlsame Gemeinschaft um uns Menschen herum ein starkes Fundament bilden für den Eintritt in ein neues Lebensjahr, egal in welchem Alter wir uns gerade befinden.
So haben wir gefeiert, wie die (Geburtstags) Feste gefallen sind.
Den aufgeblühten Frühling haben wir uns traditionsgemäß vor Ostern wieder in die Wohnungen und Zimmer geholt. Es war eine Freude, sämtliche „Frühlingskinder“ beim Gestalten von kleinen Gestecken zu beobachten. Lebensfreude zeigt sich auch im hohen Alter darin, wenn die Hände mit dem Herzen etwas tun. Die mit Fantasie gestalteten kleinen Kunstwerke für den Ostertisch sind ein sichtbarer Beweis dafür.
Vielen Dank sage ich wieder allen Zeit-Stifterinnen, die uns tatkräftig und ermunternd unterstützt haben. M. Diehl

Frühlingserwachen
„Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite.“
Heinrich Heine hat mit seinen Worten eingefangen, was wir in den ersten Märztagen nun endlich wieder erleben durften. Der Winter hat sich zurückgezogen. Schneemänner schmolzen dahin, die Wege wurden wieder eisfrei und in den Gärten erwachte die Natur. Jedes Jahr aufs Neue ist es doch das reinste Entzücken, die ersten Veilchen zu entdecken. Das Läuten der Schneeglöckchen und der Märzenbecher durchzog tatsächlich unsere Gemüter bei der Spazierfahrt zum Treffen in der ZeitOase am 11. März 2026. Das blaue Band des Frühlings haben wir flattern sehen. Mit allen Sinnen haben wir aufgenommen, was der Dichter beschrieben hat. Das kleine Frühlingslied tönte an diesem Nachmittag auch durch unseren Raum. Bernhard Beier als ein Zeit-Stifter der ersten Stunde hatte uns eingeladen, mit ihm auf 85 Jahre gutes und erfülltes Leben zurückzuschauen. In unseren Geburtstagskanon für ihn waren unser Dank für all sein Tun und unsere guten Wünsche für jeden neuen Tag mit eingewoben. M. Diehl

Winterwunderland - Menschenwunderland
Der Januar 2026 bescherte uns eine wunderschöne, märchenhafte Verkleidung der Stadt. So viel Schnee und eisige Temperaturen über mehrere Wochen gab es lange nicht mehr in unserer Region.
Die Wege blieben in den ersten Wochen des Jahres beschwerlich zu begehen für uns Menschen, besonders für diejenigen, die nicht so mobil sind.
Das Winterwunderland draußen machten wir drinnen zum Menschenwunderland. Es galt, den Segen der Sternsinger für das Haus und alle seine hereintretenden Menschen zu empfangen. Mädchen und Jungen aus der Sankt Sebastian Gemeinde kamen als Königinnen und Könige zu uns. „Jugendlich“ blieb es für drei Wochen in unserer ZeitOasenfamilie, da zwei Schülerinnen und ein Schüler aus dem Domgymnasium ein Sozialpraktikum bei uns absolvierten. Wir haben gemeinsam gekocht, wir haben gespielt, wir haben einige ältere Menschen im Pflegeheim und in ihrem häuslichen Umfeld besucht. Ein kleiner Hauch der großen weiten Welt wehte für Stunden durch die ZeitOase, denn wir waren wieder um den einen und sprich um den uns einenden Globus versammelt: Menschen aus China, aus Syrien, aus Kamerun, aus der Ukraine, aus den USA, aus Deutschland.
Wir sprachen darüber, was ein gutes Leben ausmacht. Schnell waren wir uns einig, dass die Gemeinschaft, die gegenseitige Achtung und der Frieden unentbehrliche Grundlagen dafür sind.
Auf ein gutes und friedvolles Jahr 2026! M. Diehl

Von Sternenregen und Lichterschein
Häuser, Straßen und Plätze zeigen mit ihrem Lichterglanz, dass wir am Ende des Jahres angekommen sind. In einigen Stunden schon feiern wir Weihnachten.
Bei meiner Fahrt durch die Stadt heute ging mir durch den Kopf, wie unterschiedlich die Menschen wohl das Weihnachtsfest begehen werden. Ich selbst hänge einer langen Tradition an mit Tannenbaum, mit viel Besuch, die vertrauten Lieder singend und die Weihnachtsgeschichte hörend.
Feiern Menschen mit einer anderen Religion auch Weihnachten? Wie sieht der Heilige Abend in einem Krankenhaus aus? Wie begehen und gestalten Menschen die Feiertage, wenn sie nicht bei ihren Familien sein können oder wenn ein naher Mensch gerade verstorben ist?
Die Lichter, die uns einige Wochen lang die Straßen freundlicher machen, die sozusagen die dunkle Zeit erhellen, mögen doch darüber hinaus unsere Herzen erwärmen.
Solche „Lichtblicke“ regnete es förmlich in den vergangenen Adventstagen sichtbar hier in unserer ZeitOasen Gemeinschaft. Mechthild Scholz, Regina Meng, Anita Tatzelt und Resi Theumer haben uns mit gebastelten Sternen und Engeln große Freude bereitet. Ein herzliches Dankeschön dafür!
Ich wünsche uns allen Licht und Geborgenheit in diesen Tagen des zu Ende gehenden Jahres. Und ich wünsche uns immer wieder, dass wir Licht durch die Nähe unserer Mitmenschen geschenkt bekommen. Und noch mehr: Wir selbst dürfen Licht weitergeben, wenn wir in Verbundenheit aneinander denken. M. Diehl

